Haarausfall bei Männern: die häufigsten Ursachen
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General
22 August 2026
5 Min. Lesezeit

Haarausfall bei Männern: die häufigsten Ursachen

Bei rund vier von fünf Männern mit lichter werdendem Haar liegt eine erbliche Veranlagung zugrunde. Der Haarausfall folgt dann einem typischen Muster: zuerst die Geheimratsecken, danach der Wirbel am Hinterkopf. Andere Formen sehen anders aus und werden auch anders behandelt.

Was passiert beim erblich bedingten Haarausfall?

Die Haarwurzeln an Stirn und Scheitel reagieren empfindlich auf ein Abbauprodukt des Testosterons. Sie werden Zyklus für Zyklus kleiner, die Haare dünner und kürzer, bis sie nicht mehr sichtbar sind. Am Hinterkopf fehlt diese Empfindlichkeit fast vollständig – deshalb bleibt der Kranz stehen.

Woran erkenne ich eine andere Ursache?

Fällt das Haar diffus über den gesamten Kopf aus, kommen Schilddrüsenstörungen, Eisenmangel, Medikamente oder eine überstandene Erkrankung infrage. Runde, scharf begrenzte kahle Stellen sprechen für kreisrunden Haarausfall. Beides gehört abgeklärt, bevor über einen Eingriff gesprochen wird.

Warum ist die Unterscheidung so wichtig?

Eine Verpflanzung setzt einen stabilen Spenderbereich voraus. Liegt eine entzündliche oder narbige Form vor, kann das Ergebnis schlecht anwachsen. Genau deshalb steht am Anfang immer eine Haaranalyse mit Beratung und nicht die Frage nach der Anzahl der Grafts.

Ab wann sollte ich zum Arzt?

Wenn über mehrere Monate deutlich mehr Haare ausfallen als gewohnt, wenn die Kopfhaut juckt oder schuppt oder wenn kahle Stellen scharf begrenzt sind. Auch ein sehr früher Beginn vor dem 25. Lebensjahr ist ein guter Anlass für eine Untersuchung.

Lässt sich Haarausfall aufhalten?

Der erbliche Haarausfall lässt sich verlangsamen, aber nicht abschalten. Medikamentöse Optionen wirken nur, solange sie angewendet werden. Regenerative Verfahren wie die PRP-Eigenbluttherapie können vorhandenes Haar stabilisieren, bringen aber kein verlorenes Haar zurück.

Wann ist eine Verpflanzung sinnvoll?

Wenn der Verlauf über ein bis zwei Jahre stabil ist und genügend Spenderhaar vorhanden ist. Bei sehr jungem Alter und schnell fortschreitendem Verlust raten wir eher ab, weil die spätere Lücke hinter der verpflanzten Linie sonst unnatürlich wirkt.

Was bringt eine Untersuchung konkret?

Wir sehen uns die Kopfhaut mit dem Trichoskop an, bestimmen das Stadium und schätzen die Spenderkapazität. Daraus entsteht ein realistischer Plan – auch dann, wenn er lautet: jetzt noch nicht operieren, sondern zunächst beobachten und den Verlauf dokumentieren.

Was Sie zum Termin mitbringen sollten

Fotos aus früheren Jahren helfen enorm, den Verlauf einzuschätzen. Nützlich sind außerdem eine Liste Ihrer Medikamente und, falls vorhanden, aktuelle Blutwerte. Der Rest ergibt sich im Gespräch.

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